Die Suche verändert sich schneller als je zuvor: Google baut seine Ergebnisseiten um, künstliche Intelligenz verschiebt das Suchverhalten, und lokale Unternehmen müssen neue Wege gehen, um sichtbar zu bleiben. Die heutigen Meldungen zeigen, wo konkreter Handlungsbedarf besteht – auch und gerade für Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und baunahe Dienstleister.
Suchanfragen werden länger – und das hat messbare Folgen für Google Ads
Eine aktuelle Auswertung von Google-Ads-Daten, über die Search Engine Land berichtet, zeigt eine klare Verschiebung: Seit der Einführung des KI-Modus in der Google-Suche gewinnen längere, präzisere Suchanfragen deutlich an Impression- und Conversion-Anteil, während kurze Einworte- oder Zweiwort-Suchen weiter an Bedeutung verlieren. Nutzer formulieren ihre Anfragen zunehmend so, als würden sie eine Frage stellen – ähnlich wie in einem Gespräch mit einem KI-Assistenten.
Für bezahlte Kampagnen bedeutet das: Wer ausschließlich auf kurze, generische Keywords setzt, wird künftig weniger Reichweite erzielen. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für spezifischere Anzeigenausrichtung mit oft geringeren Klickpreisen.
Was das für Sie bedeutet: Prüfen Sie Ihre Google-Ads-Kampagnen auf Long-Tail-Keywords. Ein Heizungsbauer, der bisher nur auf „Heizung reparieren" bietet, sollte zusätzlich Anfragen wie „Gasheizung tauschen Kosten Einfamilienhaus" abdecken. Das gilt ebenso für organische SEO-Texte auf Ihrer Website.
Lokale Sichtbarkeit in der KI-Suche: Was jetzt zählt
Moz-Experten erklären in einem von Search Engine Journal veröffentlichten Beitrag, welche Faktoren darüber entscheiden, ob ein lokales Unternehmen in KI-gestützten Suchergebnissen empfohlen wird: vollständige und konsistente Unternehmenseinträge, aktuelle Bewertungen, Erwähnungen im Web sowie Aktivität in sozialen Netzwerken. KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder der Google AI Overview werten diese Signale aus, um lokale Empfehlungen zu formulieren – unabhängig davon, ob ein Nutzer explizit nach einer Website sucht.
Besonders relevant: Wer in Branchenverzeichnissen, auf Bewertungsplattformen und in lokalen Online-Medien präsent ist, erhöht seine Chancen, von KI-Systemen als vertrauenswürdige Quelle zitiert zu werden. Das klassische „Google My Business"-Denken reicht nicht mehr aus.
Was das für Sie bedeutet: Pflegen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil, Ihren Eintrag auf Yelp, Gelbe Seiten und branchenspezifischen Portalen wie MyHammer oder Trusta regelmäßig. Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um Bewertungen – und antworten Sie darauf. Diese Signale werden von KI-Systemen direkt ausgewertet.
Google Business Profile: Beitragsaufrufe sind zurück
Wie Search Engine Journal meldet, zeigt Google im Unternehmensprofil wieder an, wie oft Beiträge aufgerufen wurden. Diese Funktion war zeitweise deaktiviert. Gleichzeitig hat Google die Suchergebnisseiten im Europäischen Wirtschaftsraum optisch überarbeitet – ein Schritt, der unter anderem auf regulatorische Anforderungen zurückgeht und die Darstellung von Anzeigen und organischen Ergebnissen verändert.
Die Wiedereinführung der Aufrufzählung für Google-Business-Beiträge ermöglicht Unternehmen, den Erfolg ihrer Beiträge erstmals wieder direkt zu messen und Inhalte gezielter zu steuern.
Was das für Sie bedeutet: Nutzen Sie Google-Business-Beiträge aktiv – etwa für saisonale Angebote, abgeschlossene Projekte oder aktuelle Hinweise. Mit den zurückgekehrten Aufrufzahlen können Sie erstmals nachvollziehen, welche Inhalte bei potenziellen Kunden ankommen, und Ihre Kommunikation entsprechend anpassen.
GEO in der Praxis: So gewinnen Inhalte das Vertrauen von KI-Systemen
Ein Praxisbericht auf Search Engine Journal zeigt am Beispiel des US-Unternehmens Freshpet, wie sogenannte Generative Engine Optimization (GEO) funktioniert: Inhalte müssen so strukturiert sein, dass KI-Systeme sie als zuverlässige Quelle erkennen und in Antworten zitieren. Dazu gehören klar strukturierte Texte, präzise Aussagen, nachvollziehbare Belege und eine inhaltliche Tiefe, die oberflächliche Konkurrenz überbietet.
GEO ergänzt klassisches SEO und wird zunehmend zum eigenständigen Feld: Wer nur für Suchmaschinen optimiert, übersieht, dass ein wachsender Teil der Informationssuche über KI-Assistenten läuft, die ganz eigene Auswahlkriterien anlegen.
Was das für Sie bedeutet: Überprüfen Sie Ihre Website-Texte: Beantworten Ihre Leistungsseiten konkrete Kundenfragen vollständig und präzise? Ein Dachdeckerbetrieb, der auf seiner Website detailliert erklärt, welche Dachziegel für welche Dachneigung geeignet sind und warum, hat bessere Chancen, von KI-Systemen zitiert zu werden als ein Betrieb mit einer generischen „Wir machen Dächer"-Seite.
Fazit
Die heutigen Meldungen bestätigen einen Trend, der sich in den vergangenen Monaten abgezeichnet hat: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr allein durch klassische SEO-Maßnahmen. Längere Suchanfragen, KI-gestützte Ergebnisseiten und neue Ranking-Modelle erfordern eine breitere Strategie – mit strukturierten Inhalten, gepflegten Einträgen und einem klaren lokalen Profil. Für KMU, die jetzt handeln, ergeben sich konkrete Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern, die abwarten.
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