Die Suchwelt bleibt in Bewegung: Google verändert die Abrechnungslogik für lokale Anzeigen, neue Daten zeigen, worauf es beim Google-Business-Profil wirklich ankommt, und KI-Suchwerkzeuge wie ChatGPT werden grundlegend umgebaut. Für kleine und mittlere Betriebe – ob Dachdecker, Sanitärbetrieb oder Generalunternehmer – stecken in den aktuellen Meldungen konkrete Handlungsfelder.
Google Local Services Ads: Ab Oktober werden verpasste Anrufe berechnet
Eine Änderung mit direkter Auswirkung auf das Werbebudget: Ab dem 1. Oktober 2025 berechnet Google im Rahmen der Local Services Ads auch qualifizierte Leads, bei denen der Anruf nicht entgegengenommen wurde, sofern der Interessent danach erreichbar war oder ein Rückruf stattfand. Bisher wurden nur beantwortete Anrufe in Rechnung gestellt. Die neue Regelung betrifft Fälle, in denen Google den Anruf als validen Lead einstuft – also als echte Kaufabsicht wertet.
Für Handwerksbetriebe und Bauunternehmen, die LSA nutzen, bedeutet das: Anrufmanagement wird zum Kostenfaktor. Wer Anrufe systematisch verpasst – etwa wegen fehlender Weiterleitung auf Mobilnummern oder schlecht besetzter Zeiten – zahlt künftig trotzdem.
Was das für Sie bedeutet: Prüfen Sie jetzt Ihre Erreichbarkeit während der Geschäftszeiten. Richten Sie eine Rufumleitung ein, und stellen Sie sicher, dass Anrufbeantworter-Nachrichten professionell und rückruffreundlich formuliert sind. Wer LSA noch nicht nutzt, sollte die neuen Konditionen vor dem Einstieg kennen.
Google Business Profile: Vollständigkeit und Kategorien entscheiden über lokale Sichtbarkeit
Eine Auswertung von 1,8 Millionen Google-Business-Profilen liefert belastbare Daten dazu, was lokale Rankings wirklich beeinflusst. Die Analyse zeigt: Betriebe mit präzise gewählten Primär- und Zusatzkategorien sowie vollständig ausgefüllten Profilen erzielen messbar bessere Platzierungen in der lokalen Suche. Pauschale Kategorien wie „Bauunternehmen" schneiden schlechter ab als spezifische Einträge wie „Dachdeckerbetrieb" oder „Sanitärinstallateur".
Für Handwerk und Bau ist das besonders relevant, weil Kunden bei lokal vergebenen Aufträgen fast immer über Google Maps oder die lokale Suche suchen. Ein unvollständiges Profil oder eine zu allgemeine Kategorisierung kostet hier sichtbar Reichweite – ohne dass ein Euro Werbebudget fließt.
Was das für Sie bedeutet: Überprüfen Sie Ihr Google-Business-Profil auf Vollständigkeit: Öffnungszeiten, Leistungsfotos, Beschreibungstexte und vor allem die Kategorieauswahl. Nutzen Sie spezifische Zusatzkategorien für alle angebotenen Gewerke. Das kostet keine Werbeausgaben – bringt aber nachweislich mehr Sichtbarkeit.
KI-Suche verändert, wer zitiert wird – und wer nicht
ChatGPT hat seine interne Suchfunktion grundlegend neu aufgebaut. Eine technische Analyse des neuen Tool-Call-Formats zeigt, welche Quellen ChatGPT tatsächlich abruft – und welche ignoriert werden. Bemerkenswertes Ergebnis: Von 84 ausgewerteten Reddit-Threads wurde keiner zitiert. Entscheidend ist offenbar nicht Popularität, sondern strukturelle Maschinenlesbarkeit und inhaltliche Autorität der Quelle.
Parallel dazu hat Google in seinem AI Mode so genannte „Developing-Topic Link Carousels" eingeführt: Aktuelle Artikel zu sich entwickelnden Themen werden innerhalb der KI-Antworten prominent als Link-Karussell angezeigt – bevorzugt aus Quellen, die Google als zuverlässig einstuft. Wer als KMU in KI-Antworten sichtbar sein möchte, braucht inhaltlich strukturierte, fachlich fundierte Seiteninhalte.
Was das für Sie bedeutet: Praxiswissen auf der eigenen Website – etwa Ratgeber zu Dämmstandards, Heizungsförderung oder Bauablauf – erhöht die Chance, von KI-Systemen als zitierwürdige Quelle erkannt zu werden. Generische Texte ohne fachlichen Tiefgang werden zunehmend übergangen, sowohl von Google als auch von ChatGPT.
Google Performance Max: Neue Kanalsteuerung in der Testphase
Google testet derzeit neue Steuerungsmöglichkeiten für Performance-Max-Kampagnen, mit denen Werbetreibende Einfluss auf die algorithmische Kanalpriorisierung nehmen können. Bisher legt der Algorithmus eigenständig fest, ob Budget eher auf YouTube, Search, Display oder Maps fließt. Die neuen Einstellungen sollen mehr Transparenz und gezielte Priorisierung ermöglichen.
Für KMU mit begrenztem Werbebudget ist das eine potenziell wichtige Entwicklung. Performance Max war bisher oft eine Blackbox: Viel Budget floss in Displayflächen mit geringer Kaufabsicht, während die Suchkampagne unterblieb. Mehr Kontrolle kann die Effizienz deutlich verbessern.
Was das für Sie bedeutet: Behalten Sie die Verfügbarkeit dieser Funktion im Blick. Sobald die Kanalsteuerung ausgerollt wird, lohnt ein Review Ihrer Performance-Max-Kampagnen – besonders wenn Sie bisher den Eindruck hatten, dass Ihr Budget an den falschen Stellen landet.
Fazit
Die heutigen Meldungen zeigen ein klares Muster: Sichtbarkeit in der digitalen Suche wird komplexer – ob durch neue Abrechnungsregeln bei Google-Anzeigen, veränderte KI-Rankinglogik oder steigende Anforderungen an die Profilqualität. Für KMU in Bau und Handwerk sind das keine abstrakten Trends, sondern direkte Auswirkungen auf Anfragen und Umsatz.
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