Die zweite Jahreshälfte 2025 beginnt mit klaren Signalen: KI-gestützte Suchwerkzeuge verändern, wer online sichtbar ist – und klassische SEO-Metriken greifen dabei oft ins Leere. Gleichzeitig öffnet Google neue Datenquellen in der Search Console, und bei Google Ads stehen zwei relevante Änderungen an. Für Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und KMU anderer Branchen lohnt es sich, diese Entwicklungen jetzt zu verstehen.
89 % der KI-Suchnachfrage gehört noch niemandem – eine seltene Chance
Eine Auswertung von Kevin Indig über 1.094 Kategorien zeigt: Nur 15,2 % der Themenfelder haben in ChatGPT einen klar erkennbaren Markengewinner. Der Beitrag im Search Engine Journal macht deutlich, dass klassische Rankingfaktoren kaum vorhersagen, welche Marke von einer KI genannt wird. Das bedeutet: Bekanntheit in der KI-Suche ist noch nicht verteilt – und wer jetzt strukturiert vorgeht, kann sich einen Platz sichern, den Mitbewerber noch nicht belegt haben.
Verstärkt wird das durch den sogenannten „Ghost Citation"-Effekt: Laut Search Engine Land bleiben rund 40 % aller KI-Zitierungen ohne explizite Markennennung. Das heißt, ein KI-System nutzt Ihre Inhalte, nennt aber Ihren Betrieb nicht beim Namen – ein blinder Fleck, den viele Unternehmen in ihrer Sichtbarkeitsmessung noch gar nicht erfassen.
Was das für Sie bedeutet: Ein Dachdeckerbetrieb, eine Elektroinstallation oder ein Tiefbauunternehmen, das fachlich fundierte Inhalte zu konkreten Leistungen veröffentlicht, hat heute realistische Chancen, in KI-Antworten prominent genannt zu werden – ohne hohe Werbebudgets. Wichtig ist, dass Inhalte klar der eigenen Marke zugeordnet werden: Autorenangaben, konsistente Unternehmensnennungen und strukturierte Daten helfen dabei, Ghost Citations zu vermeiden.
KI-Zitierungen: Warum sie schwanken und was Beständigkeit erzeugt
Fünf gebündelte Analysen erklären auf Search Engine Journal, warum KI-Zitierungen nicht stabil sind, woher sie stammen und welche Content-Eigenschaften dafür sorgen, dass eine Quelle dauerhaft herangezogen wird. Entscheidend sind unter anderem regelmäßige inhaltliche Aktualisierungen, klare Aussagen ohne Redundanz und eine strukturierte Darstellung von Fakten, die KI-Systeme direkt verarbeiten können.
Parallel dazu zeigt ein Praxisleitfaden auf Search Engine Land, wie ein 14-Schritte-Workflow mit dem KI-Tool Claude Code dabei hilft, veraltete Inhalte systematisch zu identifizieren, Rankings zu schützen und messbaren Traffic-Zuwachs zu erzielen. Das Prinzip ist auf Betriebe jeder Größe übertragbar – auch ohne eigenes Entwicklerteam.
Was das für Sie bedeutet: Bestehende Leistungsseiten, Ratgeberartikel oder FAQ-Bereiche auf Ihrer Website sind oft wertvolles, aber brachliegendes Kapital. Ein gezieltes Audit, welche Inhalte veraltet sind oder KI-Systemen keine klaren Antworten liefern, ist ein konkreter erster Schritt – und kein Großprojekt.
Google Search Console: Social- und Video-Daten jetzt für alle verfügbar
Google hat die sogenannten „Platform Properties" in der Search Console weltweit für alle Nutzer freigeschaltet. Search Engine Journal und Search Engine Land berichten übereinstimmend: Ab sofort lassen sich Klick- und Impressionsdaten aus sozialen Plattformen sowie aus Videosuchen direkt in der Search Console auslesen. Google hat dazu neue Hilfsdokumentationen veröffentlicht.
Für Betriebe, die YouTube-Videos zu Projekten, Referenzen oder Erklärungen einsetzen – etwa Zeitraffervideos von Baustellen, Montageanleitungen oder Vorher-Nachher-Dokumentationen –, entstehen damit erstmals belastbare Daten darüber, wie diese Inhalte in der Google-Suche performen.
Was das für Sie bedeutet: Rufen Sie Ihre Search Console auf und prüfen Sie, ob die Platform Properties für Ihre Property bereits aktiviert sind. Wenn Sie bisher keine Videoinhalte einsetzen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Einstieg zu planen – die Datenbasis zur Erfolgsmessung ist nun vorhanden.
Google Ads Gebotsstrategien 2026: Zwei Änderungen, die KMU kennen sollten
Im Sommer 2025 wurden zwei relevante Änderungen an den Gebotsstrategien in Google Ads eingeführt, die vor allem Lead-Generierung und lokale Dienstleistungsanbieter betreffen. Search Engine Journal empfiehlt, bestehende Kampagnen gezielt zu prüfen: Welche Strategie ist aktiv, passt sie noch zum Ziel, und welche Kampagnen sollten als erste auditiert werden?
Für Handwerksbetriebe und Bauunternehmen, die Google Ads zur Neukundengewinnung nutzen, sind solche Verschiebungen direkt budgetrelevant. Automatisierte Gebotsstrategien reagieren auf Änderungen im Google-Algorithmus – wer das nicht bemerkt, zahlt unter Umständen mehr für schlechtere Ergebnisse.
Was das für Sie bedeutet: Überprüfen Sie Ihre aktiven Google-Ads-Kampagnen auf die eingestellte Gebotsstrategie und vergleichen Sie die Leistungsdaten der letzten vier Wochen mit dem Vorquartal. Auffällige Abweichungen bei Cost-per-Lead oder Conversion-Rate können ein Hinweis sein, dass eine Anpassung nötig ist.
Fazit
Die aktuelle Nachrichtenlage bestätigt einen Trend, der sich seit Monaten abzeichnet: KI-Suche ist kein Zukunftsthema mehr, sondern verändert bereits heute, welche Betriebe gefunden werden – und welche nicht. Gleichzeitig liefert Google mit den neuen Search-Console-Daten mehr Transparenz, und bei Google Ads lohnt ein regelmäßiger Blick auf die Gebotslogik. Wer diese Baustellen kennt, kann gezielt handeln, statt abzuwarten.
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