Die vergangene Woche hat gleich mehrere Befunde geliefert, die für kleine und mittlere Unternehmen strategisch relevant sind: Generative KI verändert, wie Kunden Informationen finden – und viele Betriebe sind darauf noch nicht vorbereitet. Dazu kommen technische Hinweise von Google, die vor allem für CMS-Nutzer und Publisher praktische Konsequenzen haben.
Studie: Nur jeder Fünfte kennt GEO – und 58 Prozent fürchten Kundenverluste
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Seokratie GmbH unter 509 deutschen Unternehmensentscheidern zeigt eine deutliche Lücke: Lediglich rund 20 Prozent der Befragten wissen, was Generative Engine Optimization (GEO) bedeutet – also die gezielte Optimierung von Inhalten, damit KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews ein Unternehmen in ihren Antworten erwähnen. Gleichzeitig geben 58 Prozent an, Kundenverluste durch fehlende KI-Sichtbarkeit zu befürchten. Die vollständige Meldung lesen Sie bei Presseportal.
Das Dilemma ist bekannt aus der frühen SEO-Ära: Die Gefahr wird gespürt, aber das Handwerkszeug dagegen ist unbekannt. Für Bau- und Handwerksbetriebe, die stark auf lokale Anfragen und Empfehlungen angewiesen sind, ist die Frage „Nennt ChatGPT mein Unternehmen, wenn jemand nach einem Dachdecker in meiner Region sucht?" keine abstrakte Zukunftsfrage mehr.
Was das für Sie bedeutet: Prüfen Sie, ob Ihre Website strukturierte, klar formulierte Aussagen zu Ihren Leistungen, Ihrem Standort und Ihrer Expertise enthält. KI-Systeme greifen bevorzugt auf präzise, gut strukturierte Texte zurück. Ein erster Schritt ist ein GEO-Check Ihrer bestehenden Inhalte.
Studie: KI kennt 96 % der Marken – erwähnt aber kaum eine davon
Eng verwandt mit dem vorigen Befund ist eine Untersuchung des US-amerikanischen SEO-Unternehmens Victorious, über die das Search Engine Journal berichtet: KI-Systeme können 96 Prozent der analysierten Marken korrekt beschreiben – sie zitieren, empfehlen oder erwähnen sie in Antworten jedoch kaum aktiv. Es entsteht also ein stilles Wissen, das für Nutzer unsichtbar bleibt und dem Unternehmen keinen messbaren Mehrwert bringt.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Allein eine Wikipedia-ähnliche Online-Präsenz reicht nicht aus. KI-Systeme müssen aktiv Anlass haben, einen Betrieb in einer konkreten Antwort zu nennen – durch Autorität, Relevanz und eine klare Verknüpfung von Leistung und Standort in den eigenen Inhalten.
Was das für Sie bedeutet: Stellen Sie sicher, dass Ihre Website nicht nur existiert, sondern Fragen beantwortet, die potenzielle Kunden tatsächlich stellen. Formulierungen wie „Wir verlegen Fliesen im Raum Oldenburg" sind für KI-Systeme konkreter verwertbar als allgemeine Unternehmenstexte.
Google: KI-Opt-out in der Search Console kann Top-Stories-Platzierung kosten
Google integriert die Top-Stories-Karussells zunehmend direkt in die AI Overviews. Das hat eine konkrete Konsequenz für alle, die in der Search Console das neue KI-Opt-out aktiviert haben oder erwägen: Wer seine Inhalte aus den AI Overviews ausschließt, riskiert gleichzeitig, in den prominenten Top-Stories-Platzierungen nicht mehr zu erscheinen. Details dazu hat das Search Engine Journal veröffentlicht.
Die Entscheidung für oder gegen das Opt-out ist damit keine einfache Abwägung mehr. Sie betrifft nicht nur die Sichtbarkeit in KI-generierten Zusammenfassungen, sondern potenziell auch klassische Suchergebnis-Formate, auf die viele Betriebe für ihre Außendarstellung angewiesen sind.
Was das für Sie bedeutet: Falls Sie in der Search Console das KI-Opt-out eingestellt haben oder erwägen, prüfen Sie zunächst, ob und wie stark Ihre Seite aktuell über Top Stories Traffic erhält. Ein pauschales Opt-out kann mehr kosten als nutzen.
Google klärt: Zufällig eingefügte URLs durch CMS-Plattformen und ihre SEO-Wirkung
John Mueller von Google hat sich zu einer technischen Frage geäußert, die viele CMS-Nutzer – etwa mit WordPress, Typo3 oder Baukastensystemen – betrifft: Manche Plattformen fügen automatisch zusätzliche URLs in den HTML-Quellcode ein, ohne dass Websitebetreiber dies aktiv veranlasst haben. Laut Mueller hat das in den meisten Fällen keine schwerwiegenden SEO-Folgen, sollte aber dennoch beobachtet und bei Bedarf bereinigt werden. Den vollständigen Bericht finden Sie beim Search Engine Journal.
Für Handwerks- und Baubetriebe, die ihre Website über standardisierte CMS-Lösungen oder externe Dienstleister betreiben, ist dies ein guter Anlass, den technischen Zustand der Website regelmäßig zu kontrollieren – auch wenn keine unmittelbare Gefahr besteht.
Was das für Sie bedeutet: Beauftragen Sie in regelmäßigen Abständen einen technischen SEO-Check Ihrer Website. Unerwünschte URL-Einträge im Quellcode sind oft nur das sichtbare Symptom eines CMS, das nicht optimal konfiguriert ist.
Fazit
Die Woche zeigt: Die Verschiebung von klassischer Google-Suche hin zu KI-gestützten Antworten ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern läuft bereits. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen das Wissen, wie sie darauf reagieren sollen. Wer jetzt systematisch in strukturierte Inhalte, klare Standort- und Leistungskommunikation sowie technische Sauberkeit investiert, verschafft sich einen messbaren Vorsprung – unabhängig davon, ob die nächste Kundenanfrage über Google, ChatGPT oder ein KI-gestütztes Sprachassistenzsystem kommt.
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